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Die Viererkette
Modernes Verteidigen offensiv
angehen
Mit einer Viererkette agierende Mannschaften sind im mittleren
Amateur- und Jugendbereich immer noch die Ausnahme. Die praktische
Auseinandersetzung mit dieser Spielkonzeption scheint erst im
leistungsorientierten Jugendfußball zu beginnen. Ihre Einführung
ist vielerorts mit Problemen und Vorurteilen verbunden: "Das
können wir/die nicht." Was aber kann der Trainer tun,
um seine Mannschaft von der Viererkette zu überzeugen? Im
Folgenden wird besonders dem Junioren- und Amateurtrainern Handlungs-
und Argumentationshilfen vorgestellt, mit denen er Unsicherheiten
abbauen und Skepsis und Vorbehalten anderer begegnen kann. Zudem
bekommt er Möglichkeiten an die Hand, die Spieler für
die "Kette" zu begeistern und zur aktiven Mitarbeit
zu motivieren sowie Rückschläge zu meistern.
Vorbereitung
Vorbemerkungen
Jede Trainingseinheit verfolgt eine Zielsetzung. Der Trainer
plant deshalb Aufwärmen, Hauptteil und Ausklang. Er legt
nicht nur Inhalte und Methoden (z.B. Spielform oder Waldlauf,
hohe oder geringe Belastung) fest. Sondern kalkuliert auch mögliche
Alternativen für nicht vorhersehbare Störfaktoren ein
(kurzfristig reduzierte Teilnehmerzahl, Platzverhältnisse
usw.). Nicht selten ist die spontan variierte Einheit ein Highlight
des Trainingsjahres!
Die Einführung einer neuen Spielkonzeption weist ähnliche
Strukturen auf. Lediglich der Ausklang ist nicht präzise
abzugrenzen, da Sportler innerhalb ihrer Spielsysteme handeln:
Sie bringen ihre individuellen Fähigkeiten in den vorgegebenen
Spielraum ein, wodurch das System ständig neue Interpretationen,
Veränderungen und Weiterentwicklungen erfährt.
Zur Zielformulierung
Die Einführung einer neuen Spielkonzeption muss begründet
sein. Was veranlasst den Trainer zu dieser Spielorganisation,
was möchte er mit ihr erreichen? Es gibt vielfältige,
auch miteinander vernetzte Beweggründe, einige seien hier
genannt:
- Der bewährte Libero hat den Verein verlassen.
- Eine neue Spielkonzeption als Motivationsschub, wenn vor Saisonstart
oder in der Winterpause weder realistische Aufstiegshoffnungen
noch Abstiegsängste bestehen.
- Die Anregung Viererkette" wird aus der Mannschaft an
den Trainer herangetragen.
- Der Spielraum soll bei gegnerischem Ballbesitz so eng wie
möglich gehalten werden, um optimale Pressing- Voraussetzungen
herzustellen.
- Die Viererkette als Erweiterung des mannschaftstaktischen
Handlungsrepertoires: Auch Volley-, Hand- oder Basketballteams
beherrschen mehrere Spielsysteme. Der Trainer darf und soll
im Interesse der zukünftigen Entwicklung seiner Spieler
in seine Entscheidungsfindung internationale Trends einfließen
lassen, diesen jedoch nicht blind folgen. Die Übertragung
derartiger Ansprüche auf Jugend- und Amateur führt
schnell zur Überforderung, schließlich läuft
das Spiel mit Libero nicht auf Bundesliga-Niveau ab!
Eine umfassende Vorbereitung ist
notwendig
- Viele Trainer haben weder als Spieler noch in ihrer Trainertätigkeit
Erfahrungen in und mit der Viererkette gesammelt. Daher muss
der Trainer seine Hausaufgaben gemacht haben, bevor er die Mannschaft
mit dem neuen System konfrontiert. Er darf die geplante Umstellung
nicht ankündigen, ohne auf mögliche Fragen und Einwände
vorbereitet zu sein. Die Fachkompetenz des Trainers ist bereits
in dieser Einleitungsphase von höchster Bedeutung! Zeigt
er hier Unsicherheit, verlieren die Spieler das Vertrauen in
seine Fachkompetenz, mögliche Zweifel an der Erfolgswahrscheinlichkeit
dieser Konzeption verfestigen sich bereits vor dem ersten Training.
- Diese Hausaufgaben sollten nicht auf einen unreflektiert übernommen
methodischen Aufbau reduziert sein. Besonders in den ersten
Trainingseinheiten werden die Spieler Fragen stellen, auf die
sie auch Antworten erwarten! Hilfreich kann die Kontaktaufnahme
zu Trainern sein, die bereits mit einer Viererkette haben spielen
lassen. Ratsam ist neben Fachliteratur und Videos auch das gezielte
Beobachten internationaler Fußballübertragungen.
Das bedeutet gezielt: Eigene Videoaufnahmen genau analysieren
und sich Auffälligkeiten notieren.
- Der Trainer, der bereits im Vorfeld klassische Spielsituationen
skizziert und die darin erforderlichen Verhaltensweisen, Handlungsalternativen
und mögliche Folgekonstellationen gedanklich durchspielt
hat, wird den Spielern die notwendige Antworten und die Lösungsmöglichkeiten
vermitteln können.
Mitarbeit der Spieler stärken
- Hat der Trainer diese erste Phase bewältigt, wird die
Mannschaft das Vertrauen in seine Fachkompetenz auch behalten,
wenn er einmal in komplexere Spielsituationen nicht sofort eine
Problemlösung parat hat. Im Gegenteil: Souveränität
zeigt sich auch darin, so etwas eingestehen zu können.
- Zudem verfügen manche Spieler über ausgezeichnete
analytische Fähigkeiten. In einer intakten Trainer und
Mannschaft Beziehung ist es äußerst motivierend,
die Mannschaft in Problemlösungen einzubeziehen. Ganz nebenbei
werden dabei psychische Qualitäten der einzelnen Spieler
wie Selbstbewusstsein, Willensstärke und Einsatzbereitschaft
herausgebildet. Die Eigenschaften sind es, die eine Spielerpersönlichkeit
ausmacht.
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Ziele
- Schaffen einer Überzahl in Ballnähe mit dem
Ziel einer schnellen Balleroberung
- Herstellen eines geschlossenen Mannschaftsverbandes
durch enges Zusammenwirken aller Mannschaftsteile.
- Schnelles Umschalten nach Ballgewinn von Abwehr auf
Angriff mit Wechselweisen Einschalten aller Spieler.
- Miteinander reden! Nur das ermöglicht in einem
flexiblen Deckungsverband ein geordnetes und aufeinander
abgestimmtes verteidigen. Vor allem für das übergeben
von Gegenspielern ist es unerläßlich.
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Merkmale
- 4 Verteidiger, die fast immer auf einer Linie agieren.
- 4 Mittelfeldspieler, die ebenfalls auf einer Linie agieren
und zusammen mit der Abwehrkette den Ballbesitzer attackieren.
- 2 Angreifer.
- Ballorientierte Raumdeckungen mit einem verschieben
den kompletten Mannschaftsverband zum Ball, daher vom
Ball entfernte Spieler verschieben sich in Richtung Ballbesitzer.
- Der Gegner wird im Raum gedeckt und bekämpft.
- Wechselnde Gegenspieler werden konsequent 1 gegen 1
oder 2 gegen 1 attackiert (aktives Verteidigen!).
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2. Überzeugungsarbeit
- Der Trainer bewegt sich in einem Spannungsfeld: Es ist nicht
nur die Vereinsführung für die Leistungsfähigkeit
der Mannschaft verantwortlich, sondern muss mit den anderen
im Verein tätigen Trainern kooperieren und sich auch mit
Fans, Öffentlichkeit und Medien verständigen.
- Skepsis und Vorbehalte werden häufig verallgemeinernd
und vereinfacht geäußert. Ein Trainer, der sich ebenfalls
diese Kommunikationsstils bedient, wird langfristig niemanden
überzeugen können. Eine Schlagfertige Gegenfrage kann
ihm dagegen einen günstigen Einstieg in eine fundierte
Argumentation verschaffen
Beispiel: "Sind die aktuellen
Spieler nur deshalb ausschließlich für das Libero
Spiel geeignet, weil sie nie etwas anderes gelernt haben?"
- Mögliche Gegenfrage des Trainers:
"Ist es nicht die erste Aufgabe des Trainers, die ihm anvertrauten
Spieler weiterzubilden?"
Individualtaktik vor und Gruppen-
und Mannschaftstaktik
- Allen Diskussionssätzen um Spielsysteme ist die Forderung
gemein, dass der Individualtaktischen Ausbildung ein höherer
Stellenwert zuzuweisen ist als der Gruppen- und Mannschaftstaktik.
Erst die Handlungsfähigkeit des einzelnen Spielers ermöglicht
es ihm, sich in ein mannschaftstaktisches Konzept sowohl einzuordnen
als auch darin Verantwortung zu übernehmen.
- Diese sachlich korrekte und notwendige Bedingung ist ein häufig
geäußertes Argument, wenn ein Trainer mit der Viererkette
ein neues Spielsystem einführen möchte: Skeptiker
verweisen gerne darauf, dass man dafür die "richtigen"
Spieler haben müsse.
Was mache ich mit dem jetzigen
Libero?
- Eine besondere Problematik besteht oft darin, den bisherigen
Libero für die Viererkette zu gewinnen. Dieser Spieler
verfügt in der Regel über hohe taktische Kompetenz
und besondere Führungsqualitäten, seine Meinung wird
in der Mannschaft geschätzt. Er könnte die geplante
Umstellung als Kritik an seinem Spiel deuten und ablehnend reagieren.
- Der Trainer verdeutlicht ihm, dass auch in der Viererkette
ein Organisator notwendig ist, dessen Aufgabenbereiche mit denen
eines Liberos weitgehend übereinstimmen. Er könne
seine Erfahrung, Spielübersicht usw. innerhalb dieser Konzeption
noch effektiver in die Mannschaftsorganisation einbringen, weil
er näher an seinen Mitspielern, aber auch an Ball und Gegner
sei.
- Zudem werde auch er von einer erweiterten taktischen Flexibilität
seiner Mitspieler profitieren, die ihm z. B. nach Balleroberung
eine schnellere und aktivere Teilnahme am Offensivspiel ermöglicht.
Der Gegner sei auf überraschende Verstöße einer
der beiden Innenverteidiger weniger vorbereitet, die Absicherung
durch den Nebenmann hingegen gewährleistet.
- Gespräche mit Führungsspielern sind möglichst
in entspannter und ungestörter Atmosphäre abzuhalten,
z.B. nach einer weniger intensiven Trainingseinheit. Der Trainer
gibt zuerst dem Spieler die Gelegenheit, seine Bedenken und
Einwände zu erwähnen und greift diese in seiner Argumentation
auf.
Hinweise:
- Ein geschicktes, kluges Verteidigungsverhalten des Einzelspielers
sind unentbehrliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche
Raumdeckung!
- Wenn die Individualtaktischen Grundlagen schlecht sind, ist
jedes Defensivkonzept zum Scheitern verurteilt!
- Kein zeitlich aufwendiges, überforderndes mannschaftstaktisches
Training, bevor die Spieler nicht die Grundverhaltensweisen
im Zweikampf beherrschen. (Dies gilt vor allem im Nachwuchsbereich)
Gegentore lassen sich nicht völlig
vermeiden
- Es ist richtig, dass sogar Mannschaften mit perfekt agierenden
Viererketten über "außen" vorbereitete
Gegentore hinnehmen müssen. Aber dies kann auch beim Spiel
mit Libero vorkommen und sollte den Trainer nicht von ihrem
Weg abbringen.
Zwei Abwehrkonzepte
- Die Torgefährlichste Zone ist unbestritten der Bereich
"Mitte vor dem Tor". Daher ist es Ziel der meisten
Abwehrkonzeptionen, den Ball vom Zentrum fernzuhalten. Ballorientierte
Systeme versuchen bei gegnerischem Ballbesitz, den Gegner durch
abgestimmtes Laufverhalten auf die Außenpositionen zu
steuern, dort in Überzahl festzusetzen und den Ball zu
erobern. Ist diese Überzahlkonstellation jedoch erfolglos,
kann die anschließende Flanke bei dann wahrscheinlicher
Gleichzahl in der Mitte zum Gegentor führen. Weniger verbreitet
ist die Variante, den Gegner in Richtung der stark besetzten
Innenverteidiger zu lenken.
- Auch Gegentore nach Pässen in die Nahtstellen sind nach
ähnlichem Prinzip aufzuarbeiten. Der Trainer verdeutlicht
der Mannschaft, dass nicht die Viererkette Gegentore erhält,
sondern die Mannschaft, die mit einer Viererkette spielt. Gelingt
nämlich dem Gegner dieser Pass, ist es zuvor den verteidigenden
Stürmern und Mittelfeldspielern nicht gelungen, den Ball
rechtzeitig auf die Außenpositionen zu lenken und dort
festzusetzen bzw. die Mitte während des gegnerischen Spielaufbaus
"dicht" zu halten.
- Der Trainer nimmt die Risiken der Kette zum Anlass, auf die
überragende Bedeutung ständiger Aufmerksamkeit bezüglich
der Bewegungen von Ball, Mitspielern und Gegenspielern sowie
die Verständigung und Situationsgerechten Pressing des
Gegners hinzuweisen.
- Gegenseitige Verständigung bedeutet, dass jeder Spieler
dafür Verantwortlich ist, was vor und neben seiner Position
passiert. Jeder Spieler ist in gewisser Hinsicht damit auch
für seinen Nebenmann verantwortlich. Darum sollten alle
durchgängig miteinander sprechen, um optimal organisiert
zu sein. Gegenseitiges und lautes Coaching ist somit unerlässlich
und sehr wichtig!
- In Pressing Situationen muss jeder Spieler aggressiv den Zweikampf
suchen. Keiner darf sich dabei ausklinken oder den Zweikampf
leichtfertig verlieren, so dass sich der Gegner aus der Pressing
Situation befreien kann. Bei einer Ballorientierten Verteidigung
gilt: Keiner weicht zurück oder wartet auf die Fehler des
Gegners! Ein erfolgreiches Attackieren des Spielers am Ball
kann aber nur dann gelingen, wenn neben dem Ballbesitzer auch
dessen Mitspieler in der Umgebung des Balls konzentriert gedeckt
werden. Denn Abspiele, mit denen sich die andere Mannschaft
aus der Bedrängnis befreien könnte, sind unbedingt
zu verhindern.
3. Motivation für die Kette
wecken
- Dieser Bereich steht in engem Zusammenhang mit Skepsis und
Vorbehalten. Selbst wenn es dem Trainer gelungen ist, die Spieler
für die Kette zu begeistern, so besteht doch immer die
Gefahr, in frühere Denkmuster zurückzufallen. Hier
spielt neben den bereits genannten Fachkompetenzen des Trainers
der motivierende methodische Einstieg, mit dem schnellmöglich
erste Lernerfolge hergestellt wird sollen, eine entscheidende
Rolle. Das erlernen neuer taktischer Verhaltsweisen ist in hohem
Maße von der Motivation des Lernenden abhängig.
Taktiklernen geschieht über
vier unmittelbar miteinander zusammenhängende Methodengruppen.
- Das aktive Spielen (oder Spielzüge).
- Die visuelle Veranschaulichung.
- Die verbale Beschreibung und Erklärung.
- Die mentale Vorstellung.
- Die Wahl des Einstiegs hängt auch vom Fingerspitzengefühl
des Trainers und seiner bisherigen Arbeitsweise ab. Ist die
Mannschaft bereits mit regelmäßiger theoretischer
Unterweisung an der Tafel vertraut, sollten ihr die wichtigsten
Unterschiede und Neuerungen des Spiels mit der Kette zuerst
auf diesem Wege näher gebracht werden. Auch Lernvideos
können positive Effekte hervorrufen, ebenso begleitende
Skizzen von Spielsituationen, die den Spielern ausgehändigt
werden.
Aktives Spielen:
- Hat die Mannschaft bisher vornehmlich über das aktive
Spielen gelernt, sollte dieser Weg zunächst beibehalten
werden und in einem zweiten Schritt die theoretische Erläuterung
erfolgen. Für das aktive Spielen sind zwei weitere Motivationsfördernde
Ansätze zu empfehlen:
Variation bekannter und beliebter
Spielformen
- Da bekannte 4 gegen 2, jedoch mit mindestens zwei Pflichtkontakten
der Außenspieler. Die Provokationsregel animiert die Innenspieler
sofort, durch abgestimmtes Schieben, Steuern und Sichern Pressing
Situationen herzustellen. Der Hinweis des Trainers auf ein Verhalten,
dass die Spieler mit der Viererkette bisher noch nicht in Zusammenhang
brachten, stellt den Bezug und die Nähe bereits erlernter
Fähigkeiten zu neuen Lernzielen her.
Nicht Wettkampfgerechte Unterzahl-
/ Überzahlspielformen
- 10 gegen 4 auf ein Tor mit Torwart, Spielzeit 3 - 4 Minuten.
Es wird mit Abseits gespielt. Die Angreifer versuchen, gegen
die auf einer Linie vor dem Strafraum postierten vier Abwehrspieler
zum Torerfolg zu kommen. Sie beginnen jeden neuen Angriff an
der Mittellinie oder werden vom Torwart per Abwurf angespielt.
Die Viererkette soll den Strafraum freihalten. Nach Balleroberung
spielen die Verteidiger einen Pass über die Mittellinie
oder ins Seitenaus.
- Folgende Phänomene sind zu beobachten: Die angreifende
Mannschaft stellt keine Überzahl in Strafraumnähe
her, sondern platziert mehrere Spieler als Anspielstationen
bzw. Sicherungsspieler im Rückenraum, um bei möglicher
Gefahr die eigene Konteranfälligkeit zu reduzieren. Somit
wird der Viererkette das Verschieben und Herstellen von Überzahl
gegen in Strafraumnähe befindliche Angreifer erleichtert.
Ihr großes läuferisches Engagement gegen die vermeintliche
Überzahl lässt die Verteidiger die sie begünstigenden
Provokations- und Fortsetzungsregeln häufig gar nicht erkennen.
Die unverhofft hohe Anzahl der Balleroberungen entwickelt eine
positive Aufnahmebereitschaft für die neue Spielkonzeption!
- Diese oder ähnliche nicht Spielnahe Unterzahl- / Überzahlspielformen
nur im Anfangsstadium anwenden! Bereits nach einigen Trainingseinheiten
verhalten sich nämlich die Angreifer taktisch geschickter
und kommen so häufiger zum Torabschluss!
Visuelle und verbale Veranschaulichung
- Die visuelle Veranschaulichung geht einher mit der verbalen
Beschreibung. Sie kann sowohl über Lehrvideos, vornehmlich
jedoch über Tafelarbeit wie auch mittels Hütchen Formationen
auf dem Trainingsplatz erfolgen. Dabei werden z. B. auf einer
Fläche von 2 x 2 Metern verschiedenfarbige Hütchen
im 4-4-2 System aufgestellt und erforderliche Laufwege oder
Handlungsfolgen durch entsprechendes Verschieben der Hütchen
dargestellt. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, die
theoretisch erläuterten Verhaltensweisen sofort in die
Praxis umsetzen zu können. Die Verwendung großer
Hütchen auf einer kleinen Spielfläche vermittelt den
Spielern eine hohe Überschaubarkeit und Erfolgsaussicht
der geforderten Maßnahmen.
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Vermittlung
der Taktik über ....
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| ...aktives Spielen |
- Gestalten Sie bereits bekannte Spielformen so um, dass
der taktische Schwerpunkt durch Sonderregeln provoziert
wird!
- Wenden Sie Unterzahl und Überzahlspielformen an,
die zwar nicht wettkampfgerecht sind, jedoch schnell Erfolgserlebnisse
und damit eine positive Grundeinstellung schaffen!
- Unterbrechen Sie konkrete Spielsituationen, um anschaulich
Handlungsalternativen zu demonstrieren!
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| ...visuelle Veranschaulichung |
- Video Lehrfilme ergänzen sinnvoll die auf dem Platz
erarbeiteten Inhalte!
- Der Einsatz von Magnettafeln erleichtert die Darstellung
von Laufwegen und Aktionsräumen!
- Auch Hütchen Formationen auf dem Trainingsplatz
eignen sich, um entsprechendes Verschieben darzustellen.
Vorteil: Sofortiges
Nachspielen der dargestellten Situation ist möglich
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| ...verbale Beschreibung |
- Zusammen mit der visuellen Veranschaulichung unterstützt
die verbale Beschreibung den Lernprozess!
- Halten Sie jedoch keinen monotonen, einschläfernden
Vortrag!
- Formulieren Sie strukturiert, verständlich, knapp
und motivierend!
- Setzen Sie angemessene Gestik und Mimik ein!
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| ...mentale Reflexion |
- Grundsätzlich ist der Einsatz von mentalem Training
zur Unterstützung des Lernprozesses sinnvoll!
- Im unteren bis mittleren Leistungsbereich sollte sich
dieser Aspekt jedoch auf die gedankliche Reflexion der
Spieler beschränken!
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4. Rückschläge verarbeiten
- Auch mit einer Viererkette werden Spiele verloren. Im günstigsten
Fall hat die Mannschaft zuvor Erfolgserlebnisse erzielt, die
ihr den Umgang mit einer Niederlage erleichtern. Diese Anfangserfolge
waren vielleicht weniger in der automatisierten Beherrschung
des Systems begründet als vielmehr in der Motivation der
Spieler, die wochenlang auf die ersten Spiele mit dem neuen
System hingearbeitet haben.
- Nach solchen Startsiegen geht ei Anstieg der Selbstsicherheit
oft mit nachlassender Konzentration der Spieler einher. Der
Trainer muss diese Entwicklungen erkennen, ihnen vorbeugen und
entgegenwirken und sie rechtzeitig abstellen.
- Gegenstand einer Wettkampfvorbereitung ist auch die Einbeziehung
der gegnerischen Mannschaft. Die neue Spielkonzeption wird von
der Konkurrenz schnell registriert. Der Trainer nimmt dies zum
Anlass, die ersten Erfolge zwar als Bestätigung der bisherigen
Arbeit, nicht mehr als Selbstverständlichkeit zu werten,
und leitet daraus die Aufforderung an die Mannschaft ab, mit
gleicher Konzentration weiter zu lernen und zu spielen.
- Doch jede Erfolgsserie reißt irgendwann ab. Nicht selten
begründen gegnerische Trainer und Spieler ihren Sieg mit
einer sorgfältigen Vorbereitung auf das Spiel gegen eine
Viererkette. Die Trainingsschwerpunkte hätte man in der
Vorwoche auf Flügelspiel, Doppel- und Steilpässe gesetzt.
Möglicherweise verunsichern diese Bemerkungen die eigene
Mannschaft im Hinblick auf das nächste Spiel. Der Trainer
hat in dieser Situation zwei Möglichkeiten: Die sachliche
Spielanalyse und die positive Umbewertung.
Sachliche Spielanalyse
- Er ignoriert diese Angst vor der Niederlage und nimmt ausschließlich
eine sachliche Spielanalyse auf mehreren Ebenen vor (Verhalten
bei Ballbesitz, Umschalten, Wettkampfsituationen). Diese soll
Ausschuss darüber geben, worauf die Niederlage zurückzuführen
ist.
Risiken des Systems
- 1. Fehler: Ballorientierte Spielsysteme
mit einer Kette sind auf Pressing ausgerichtet. Pressing Aktionen
bleiben trotz Mannschafts- und Gruppentaktisch richtigen Verhaltens
erfolglos, wenn der Zweikampf um den Ball nicht gewonnen oder
nicht entschlossen herbeigeführt wird. Trainerverhalten:
Es ist zunächst auf den generellen Wert gewonnener Zweikämpfe
in allen Spielkonzeptionen zu verweisen. Pressing durch sichern
oder doppeln hat den Nachteil, dass bei Erfolglosigkeit zwei
eigene Spieler kurzzeitig aus dem Spiel sind, und zumindest
ein weiterer Gegenspieler wieder am Spiel teilnehmen kann. Aus
Überzahl der verteidigenden Mannschaft am Ball wird kurzfristig
Unterzahl. Der Vorteil des Pressings ist neben der Überzahl
zur Balleroberung jedoch in der Anschlussaktion zu erkennen.
Die eben noch verteidigende Mannschaft hat sofort nach Ballgewinn
wieder Überzahl bei eigenem Ballbesitz. Der Trainer bestimmt
daher individualtaktisches Abwehrverhalten zum Trainingsziel.
- Der Trainer stellt die Konzeption "Viererkette"
nicht in Frage, sollte auch ihre Beibehaltung nicht besonders
erwähnen. Wer beim ersten Rückschlag zweifelt, kann
nicht viel Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten oder Konzepte
haben.
- Die Einsicht der Spieler um die überragende Bedeutung
des Zweikampfes für mögliche Folgekonstellationen
erleichtert ihnen die weitere Identifikation mit der Kette.
Sie wollen ihre Eignung für diese Konzeption nachweisen
und deren Vorteile nutzen. Die vorangegangenen Siege sollen
kein Zufall gewesen sein, sondern bestätigt werden.
- 2 Fehler: Das Pressing beginnt
häufig bereits an der Mittellinie oder sogar als Forchecking
in der gegnerischen Spielhälfte. Selbst eine sehr hohe
Erfolgsquote dieses offensiven Abwehrverhaltens hat nicht zwingend
auch gefährliche und erfolgreiche Angriffsaktionen zur
Folge. Stattdessen erzielt der Gegner bei seinem ersten Durchbruch
das Siegtor. Trainerverhalten: Neben Einzel- und Gruppengesprächen
wird vorrangig das Umschalten von Abwehr auf Angriff in der
gegnerischen Hälfte (Herausspielen und Abschluss von Torchancen)
geübt. Sind diese Defizite dadurch nicht zu beheben, weil
z. B. die Stärken der Stürmer im raumgreifenden Konterspiel
liegen, sollte der Trainer eine darauf angelegte Abwehrtaktik
entwerfen (Pressing erst im eigenen Abwehrdrittel).
- Erst bei andauernder Erfolglosigkeit ist eine grundlegende
Änderung der Spielkonzeption mit der Rückkehr zum
Libero "hinter der Abwehr" angeraten. Sie beseitigt
zwar nicht die Mängel nach Balleroberung, kann jedoch die
Anfälligkeit für das Systemspiel reduzieren.
- Pressing erfordert nicht zwingend die Anwendung der Abseitsfalle
aber die Nutzung der Abseitsregel. Da der Schiedsrichter in
unteren Spielklassen nicht von Assistenten unterstützt
wird, werden Abseitspositionen seltener erkannt. Auch dies kann
eine Systembedingte Ursache der Niederlage sein.
Taktisches Fehlverhalten innerhalb des
Systems
- Systemtaktisches Fehlverhalten eines oder mehrerer Spieler
wie mangelndes Verschieben, Sichern oder fehlende Kommunikation
müssen erklärt und im Training aufgearbeitet werden.
Wenn die Grundmuster bekannt werden, genügen oft so genannte
Erinnerungsübungen.
Systemunabhängiges Fehlverhalten
- Systemunabhängige individuelle Fehler wie technisch bedingte
Ballverluste, der Situation nicht angemessene Schusstechniken
sind als solche zu bezeichnen und abzustellen. Allerdings kann
in seltenen Fällen durchaus ein Zusammenhang zwischen technischem
Fehler und Spielkonzeption bestehen, nämlich wenn sich
der Spieler innerhalb der Konzeption verunsichert fühlt
und deshalb unkonzentriert agiert.
Einfluss äußerer Faktoren
- Der Einfluss äußerer Faktoren auf die Erfolgswahrscheinlichkeit
einer Spielkonzeption ist nicht zu unterschätzen. So wird
das rechtzeitige Verschieben von der Fähigkeit bestimmt,
die Bewegungen von Ball, Gegenspieler und Mitspielern vorauszuahnen.
Da schlechte Platz- und Wetterverhältnisse diese Antizipation
erschweren, sollte der Trainer darauf verweisen und kann durchaus
eine kurzfristige und begrenzte Änderung am System vornehmen.
- Faktenorientierte Analysen oder Diagnosen frühestens
am Tag nach dem Spiel vornehmen. Am Spieltag befinden sich die
Spieler durch die physische Belastung noch in einer Stresssituation
und sind sachlichen Argumenten nicht zugänglich.
Positiv Umbewerten:
- Dennoch kann der Trainer bereits direkt nach dem verlorenen
Spiel die gegnerische Spielvorbereitung aufgreifen und daraus
neue Motivation für die Mannschaft aufbauen. Er verweist
darauf, dass der Gegner Respekt vor der Viererkette verspürt
haben müsse, da er sich so gründlich vorbereitet habe.
Zudem arbeitet die Mannschaft seit Wochen an der Viererkette
als einem von gegnerischen Konzepten weitgehend unabhängigen
System. Die anderen Teams hingegen haben nur ein paar Tage Zeit
zur Vorbereitung. Außerdem sollte der Trainer auf die
bisherigen Lernerfolge hinweisen, aber auch zum ständigen
Weiterlernen animieren. Schließlich ist es grundsätzlich
zu begrüßen, wenn sich der Gegner nach der eigenen
Mannschaft richtet.
- Spieler erwarten nach Niederlagen eine Stellungnahme des Trainers.
Diese soll aufmunternde Aussagen beinhalten, um eine positive,
motivierte Grundeinstellung für die folgende Trainingswoche
zu bewirken.
Viererkette / Übungen:
Übung 1
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Ziele
- Aufbau von Pressing Situationen durch abgestimmtes verschieben.
- Erkennen, dass bereits erlernte Fähigkeiten im
Zusammenhang mit der Viererkette stehen.
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Viererkette Übung 2
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Ziele
- Einstudieren des korrekten Verschiebens.
- Die Kommunikation verbessern.
- Schulung der neuen Torhüteraufgaben.
- Über Erfolgserlebnisse eine positive Einstellung
schaffen.
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Die Dreierkette
Vorn und hinten spielen
Die Viererabwehrkette mit 4-4-2 Grundordnungen gehört mittlerweile
zum Standard vieler deutscher Profimannschaften. In den oberen
Amateurklassen wie die Regionalliga oder der Oberliga, ist diese
Spielkonzeption allerdings weniger verbreitet und kann im mittleren
und unteren Amateurbereich nur höchst selten beobachtet werden.
Hier sind weiterhin, sogar bei Spitzenmannschaften, "Pärchen"
zu beobachten, die sich während des gesamten Spiels gegenseitig
verfolgen. Ebenso beteiligen sich einige Angreifer kaum an Defensivaktionen
des eigenen Teams.
Noch schwieriger gestaltet sich die Suche nach einer echten Dreierkette
in den 3-4-3 Systemen. Möglicherweise erscheint Trainern
die Umstellung auf zwei Raumdeckende Innenverteidiger bei defensiver
Besetzung der Außenbahnen vermeintlich leichter. Wenn diese
"Viererkette" jedoch das Einrücken zur Ballnahen
Seite nicht beherrscht, spielen die ehemaligen Manndecker immer
noch vornehmlich gegen den Mann, jetzt allerdings ohne Absicherung
nach hinten. Das kann nicht nur deutlichen Nachteilen in 1 gegen
1 Situationen führen, sondern auch zu erhöhtem Foulspiel.
Der Anstieg von Notbremsen in den letzten Jahren ist dafür
sicher ein Indiz. Es geht aber auch anders!
Die Risiken der Dreierkette
In der Dreierabwehrformation verteidigen 3 Defensivspieler auf
einer Linie und übergeben die in ihren Defensivraum eindringenden
Angreifer. Mit der Einführung dieses Spielkonzepts müssen
die bisherigen Mannschaften und der Libero eine grundlegende Wandlung
ihres taktischen Abwehrverhaltens vollziehen. Die Verfolgung eines
für ein ganzes Spiel zugeordneten Gegners wird durch permanentes
übergeben und bekämpfen wechselnder gegnerischer Spieler
mit und ohne Ball ersetzt. Dies bereitet vielen gelernten Manndeckern
außerhalb des Strafraums auch nur selten Probleme. Aber
sogar bei internationalen Begegnungen ist zu beobachten, dass
ein einziger Angreifer im Strafraum trotz zahlenmäßiger
Überlegenheit der drei Abwehrspieler eine Flanke freistehend
zum Torerfolg nutzen kann.
Diese Situation bildet das Kernproblem Raumdeckender Abwehrketten.
Wie kann man das Fehlerrisiko reduzieren, dass durch die Übergänge
bei Raumorientierter Gegnerbekämpfung vor allem in den Torgefährlichen
Zonen unmittelbar im und um des Strafraum entstehen?
Es ist also durch nachvollziehbar, warum selbst in höheren
Amateurklassen noch Zurückhaltung gegenüber Raumdeckenden
Abwehrketten ohne Libero herrscht, zumal sogar die in diesen Ligen
häufig als Trainer tätigen Ex Profis keine oder nur
wenige persönliche Erfahrungen gesammelt haben. Somit ist
die Bereitschaft zur Abkehr vom Libero-System gering. Weiterhin
stellt die Dreierkette eine grundlegende Veränderung des
Spielverhaltens dar. Jeder Spieler muss sich in offensive und
defensive Spielhandlungen einbringen. Diese Forderung birgt ein
nicht zu unterschätzendes Konfliktpotenzial für den
Amateurtrainer, weil besonders ältere und routinierte Leistungsträger
ihre langjährigen Gewohnheiten, Erfahrungen und Überzeugungen
gefährdet sehen. Jüngerer Spieler dagegen zeigen sich
bei der Einführung neuer strategisch-taktischer Ausrichtungen
der Mannschaft oftmals flexibler, lernfähiger und williger.
Die Vorteile der Dreierkette bzw.
die Risiken in Vorteile umwandeln
Befinden sich gegnerische Spieler im torgefährlichen Bereich
in und um den Strafraum, werden diese nicht mehr übergeben,
sondern in enge Manndeckung genommen. Es ist also durchaus denkbar,
dass einzelne Gegner im gesamten Abwehrdrittel nicht übergeben
werden. Erst mit einer neuen Spielsituation, z. B. einem Neuaufbau
des Gegners, erfolgt die Rückkehr zum Übergeben und
Übernehmen. Hier muss der Torwart seinen Mitspielern durch
klare und lautstarke Anweisungen helfen. Die Dreierkette stellt
hohe Anforderungen an Schnelligkeit, Laufbereitschaft sowie taktisches
Verständnis und Disziplin aller Spieler. Das variable Spiel
mit und ohne Ball wird gefordert und gefördert. Dabei erfolgt
die Umstellung im Rahmen einer sechswöchigen Vorbereitungsphase
natürlich umso leichter, je mehr technisch versierte Spieler
mit ausgeprägter Spielintelligenz in der Mannschaft spielen.
Doch der Einsatz lohnt sich nicht nur für das Abwehrspiel.
Das mit der Balleroberung einsetzende Offensivspiel gewinnt durch
die zahlreichen, systembedingten Dreiecksformationen der Spieler
an Qualität.
Die 3-4-3 Grundordnungen bieten im Vergleich zum 4-4-2 mit zwei
Viererketten taktische Vorteile bei eigenem und gegnerischem Ballbesitz,
auch wenn im Regelfall defensiv mehr Verschiebungen im Raum erforderlich
sind. Bei Ballbesitz steht ein zusätzlicher Offensivspieler
zur Verfügung, während die Verteidiger der Dreierkette
das eigene Angriffsspiel auf Höhe der Mittellinie absichern
und als Anspielstation zur Spielverlagerung fungieren sowie überraschende
eigene Vorstöße mit und ohne Ball durchführen.
In der Defensive kann der Gegner durch die bis zu sieben vorgeschobenen
Feldspieler früh gestört und zu Fehlern im Spielaufbau
gezwungen werden. Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte
oder im Bereich der Mittellinie ermöglichen durch die verhältnismäßig
geringe Torentfernung schnelle Angriffsabschüsse.
Anforderungsprofil
- Abwehrspieler müssen bezüglich Schnelligkeit, Ballsicherheit,
Stellungsspiel und Zweikampfverhalten möglichst alle Stürmer-Typen
bekämpfen können.
- Bei eigenem Ballbesitz eröffnen sie das Spiel und schalten
sich situationsgemäß in das Angriffspiel ein.
- Ebenso bedeutend ist der mitspielende Torwart, der die Aufgaben
des vormaligen Liberos übernimmt (Abfangen von Steilpässen
und Spielverlagerung bzw. Neuaufbau nach Rückpässen).
- Diese Aufgaben stellen erhöhte taktische, technische
und läuferische (vor allem schnelligkeitsspezifische) Anforderungen
an die Spieler.
- Der Spielraum der angreifenden Mannschaft wird deutlich eingeengt,
was erfahrungsgemäß selbst spielstarken - an das
traditionelle Libero-System gewöhnten - Amateurteams erhebliche
Probleme breitet.
- So können unerwartete, überfallartige Pressing-
und Forechecking Aktionen bereits in der gegnerischen Hälfte
Ballgewinne ermöglichen und in schnelle, Zielgerichtete
Torabschlüsse umgesetzt werden.
- Weiterhin erlaubt die zahlenmäßig starke Besetzung
in der Offensive flexible Vorstöße und Positionswechsel
in Mittelfeld und Angriff.
- Somit erfordert die Dreierkette in allen Positionsgruppen
und auch in der internen Koordination und Kooperation eine hohe
taktische Variabilität und Flexibilität.
- Daher werden die Spieler in der Einführungsphase höher
beansprucht als im klassischen Liberosystem. Die Verbesserung
der Individual-, Gruppen-, und mannschaftstaktischen Handlungsfähigkeit
gelingt schneller, wenn jeder Spieler auf unterschiedlichen
Positionen eingesetzt wird. Wer auch die Aufgaben anderer Spieler
kennen lernt, erfährt die Bedeutung seiner Rolle für
den mannschaftlichen Erfolg.
Dreierkette / Übungen:
Bild 1
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4 + 1 gegen 3 auf ein Großtor
mit Torhüter
- Im doppelten Strafraum spielen 4 Angreifer gegen 3 Verteidiger
und Torhüter im Großtor.
- Das Spiel wird jeweils durch den Anspieler eröffnet.
- Die 4 Angreifer versuchen, gegen die Verteidiger Tore
zu erzielen. Sie beziehen den Anspieler, der mit 2 (3)
Ballkontakten spielen darf, in das Angriffsspiel ein.
Der Anspieler setzt vorrangig die Außenpositionen
ein, um die Dreierkette zum ständigen Schieben zu
veranlassen.
- Die 3 Verteidiger agieren unter Nutzung der Abseitsregel
möglichst auf einer Linie. Nach Ballgewinn passen
sie zurück zum Anspieler.
Variationen
- Die gesamte Spielfeldbreite nutzen.
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Bild 2
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7 gegen 7 auf Großtore ohne
Torhüter
- Spiel 7 gegen 7 im 3-4 System in einer Spielfeldhälfte
auf Tore ohne Torhüter. Vor den Toren Strafräume
markieren.
- In den Strafräumen nur direktes Spiel oder 2 Kontakte.
- Tore durch Flugbälle von außerhalb des Strafraums
oder Kopfbälle.
Trainerhinweis
- Auf Verschieben, Verhinderung von Flugbällen und
Umschalten achten.
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Bild 3
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7 gegen 7 auf 2 Großtore und
Hütchentore
- Spiel 7 gegen7 im 3-4 System in einer Spielfeldhälfte
auf 1 Großtor mit TW und zwei je 5 oder 10 Meter
breite Hütchentore mit Freizone.
- Mannschaft A verschiebt ballorientiert und kontert nach
Balleroberung auf die Hütchentore. Tore durch Dribbling
durch das 5m-Tor oder Pass (Flugball) durch das 10m-Tore
auf einen Mitspieler in die Freizone.
- Mannschaft B versucht nach Ballverlust, durch Pressing
gegnerische Tempodribblings und Flugbälle zu verhindern.
Beachte
- Korrektur schwierig, da A und B verschiedene Taktiken
anwenden!
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Kettenvergleich
Beide Systeme erfordern auf allen Positionen und
in der internen Koordination und Kooperation eine hohe taktische
Variabilität und Flexibilität!
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Abwehrverhalten
- Das Zusammenspiel zwischen Mittelfeld und Dreierkette
ist an die Situation gebunden und erfordert ein hohes
Maß an Spielintelligenz.
- Vorteil: Drei Verteidiger
plus ein oder zwei defensive Mittelfeldspieler sorgen
für einen kompakten Verband im torgefährlichen
Zentrum.
- Nachteil: Drei Verteidiger
können nicht die gesamte Breite des Spielfeldes abdecken.
Darum müssen die äußeren Mittelfeldspieler
nach hinten schieben, um die Räume am Flügel
zu schließen. So kann zeitweise eine Fünferkette
entstehen.
Offensivspiel
- Das Offensivspiel gewinnt durch zahlreiche, systembedingte
Dreiecksbildungen der Spieler an Qualität.
- Drei Feldspieler bleiben bei der Spieleröffnung
hinter dem Ball.
Vorteil:
Bei einem Ballverlust sichert die gesamte Kette
ab.
Nachteil:
Es geht eine Anspielstation in der Tiefe verloren.
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Abwehrverhalten
- Vor allem das System mit zwei Viererketten stellt einen
kompakten Mannschaftsverband her, der alle Räume
durch eine gleichmäßige Verteilung verengt
und so eine enge Verbindung zwischen den Mannschaftsteilen
schafft.
- Diese Anordnung erleichtert das Herstellen von Überzahlsituationen
(kurze Laufwege) und dadurch eine Balleroberung.
Offensivspiel
- Die gleichmäßige Anordnung begünstigt
ein effektives Umschalten auf Angriff.
- Zwei Feldspieler bleiben bei der Spieleröffnung
hinter dem Ball (die Außenverteidiger schalten sich
mit ein). Vorteil: Es entstehen
mehr Anspielstationen beim Spielaufbau (vor allem an den
Flügeln).
Nachteil:
Bei einem Ballverlust sichern nur zwei Spieler ab. Der
zentrale defensive Mittelfeldspieler muss also die Abwehr
unterstützen.
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Taktik
Taktik bedeutet Planung und die Umsetzung des geplanten. Man
unterscheidet in Individualtaktik, Gruppentaktik und Mannschaftstaktik.
Die Zahlenkombinationen mit denen Spielsysteme bezeichnet werden
lauten:
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4 - 4 - 2
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4 - 3 - 3
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3 - 4 - 3
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4 - 5 - 1
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3 - 5 - 2
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3 - 4 - 2 - 1
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Die Zahlenkombinationen sagen allerdings sehr wenig über
die Aufgaben der einzelnen Spieler. Sie dienen lediglich als Orientierung
für die Besetzung der verschiedenen Positionsgruppen. Die
individuellen Fähigkeiten eines Spielers werden erst im Spiel
sichtbar.
Individualtaktik
Die Individualtaktik umfasst alle Maßnahmen eines Spielers,
die sich aus verschiedenen Situationen ergeben. Die Individualtaktik
bildet die Grundlage für eine effektive Gruppen- oder Mannschaftstaktik.
Gruppentaktik
Die Gruppentaktik umfasst alle Maßnahmen die zur Bewältigung
der Spielsituation erforderlich sind. Im Rahmen einer Gruppentaktik
wird das Handlungsfeld durch weitere Spieler erweitert.
Mannschaftstaktik
Die Mannschaftstaktik umfasst die Möglichkeiten von Gruppentaktik
und Individualtaktik. Somit wird die Mannschaftstaktik durch die
Individuellen Fähigkeiten und Kenntnisse der eigenen Spieler
aufgebaut. Das taktische Verhalten des Gegners und die Wichtigkeit
eines Wettkampfs sind wichtige Gesichtspunkte die ebenfalls berücksichtigt
werden müssen.
Spezielle Trainingsziele für
taktische Individualangriffe
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Für
Verteidiger
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Für Mittelfeldspieler
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Für Stürmer
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Dribbeln
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- Den Ball sicher aus der Gefahrenzone dribbeln oder abspielen.
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- Sicher dribbeln und Spiel aufbauen.
- Gegner überlaufen und durch Tempodribbling Raum
schaffen.
- Partner zum richtigen Zeitpunkt anspielen.
- Flanken oder Torschuss.
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- Gegner überspielen und Torschuss realisieren.
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Passen, Anbieten und Freilaufen
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- Anbieten und Freilaufen.
- Nach außen möglichst sichere Pässe spielen.
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- Aufbauspiel aus der eigenen Spielhälfte.
- Anbieten und Freilaufen um Raum zu schaffen.
- Spielverlagerung durch lange Pässe.
- Pässe an die Stürmer.
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- Anbieten und Freilaufen.
- Genaue Pässe auf Mitspieler um Torchancen zu schaffen.
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Ballkontrolle
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- Flache oder hohe Bälle auch unter Druck sicher
annehmen.
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- Spieltempo erhöhen und bei Ballannahme Tempo beibehalten.
- Zuspiele sicher annehmen und die Bälle körpernah
führen.
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- Bälle mit Täuschung annehmen um den Gegner
auszuspielen.
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Torschuss
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- In den Angriff einschalten und abspielen oder Torschuss.
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- Torschüsse aus größere Entfernung.
- Doppelpass mit den Stürmern um selber zu schießen.
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- Die richtige Entscheidung zwischen Torschuss und Abspiel.
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Kopfballspiel
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- Bei Angriff zielgerecht auf das Tor Köpfen.
- Kopfballzweikampf durchsetzen.
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- Bälle direkt zum Tor köpfen.
- Den Ball einem besser postierten Mitspieler vorlegen.
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- In die Bälle hineinstarten und mit wucht auf das
Tor köpfen.
- Durch Bewegungen den Gegner abschütteln und den
Ball köpfen.
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Flanken
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- Nach Einschalten in den Angriff den Ball in den Lauf
des Stürmers spielen.
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- Flanken auf den nahen Torpfosten oder Strafstoßmarkierung.
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- Bei Spiel über den Flügel vor der Linie in
den Rückraum flanken.
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Spezielle Trainingsziele für
die Abwehr
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Für Verteidiger
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Für Mittelfeldspieler
und Stürmer
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Abwehr gegen Dribbler
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- Die Stärken und Schwächen der Gegner herausfinden.
- Nicht in Richtung eigenes Tor dribbeln.
- Dribbelstarke Gegner nicht zu früh attackieren.
- Durch gute Stellung den Gegner nach außen abdrängen.
- Sich nicht durch Doppelpässe ausspielen lassen.
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- Sich nicht überlaufen lassen.
- Durch gutes Stellungsspiel den Gegner stören.
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Gegner bei der Ballannahme
stören
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- Das an- und mitnehmen in Richtung Tor durch richtige
Stellung verhindern.
- Den Gegner so eng decken das er den Ball nicht annehmen
kann.
- Bei Drehungen und Richtungswechsel schnell reagieren.
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- Die Gegner früh stören und ihren Ballbesitz
verhindern.
- In der eigenen Spielhälfte die Aufgaben und Ziele
mit dem Abwehr abstimmen.
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Zusammenspiel verhindern
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- Die Stellungsspiele so abstimmen, dass die Pässe
der Gegner abgefangen werden können.
- Die Stellung am Gegner immer an die Spielsituation anpassen
und immer in Bewegung bleiben.
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- Eng decken und versuchen in Ballbesitz zu kommen.
- Den Gegner daran hindern in Richtung Tor zu spielen.
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Aufstellungen
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Die 4-4-2
Aufstellung
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Die 4-4-2
Aufstellung
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Die 3-4-3
Aufstellung
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Die 4-3-3
Aufstellung
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