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Krafttraining
Jede sportliche Betätigung erfordert
Muskelkraft. Mit Kraft wird die Fähigkeit der Muskulatur
bezeichnet. Man unterscheidet die verschiedenen Formen der Muskeltätigkeit
in:
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Maximalkraft
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Schnellkraft
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Kraftausdauer
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- Eine solide Maximalkraft ermöglicht höchsten
Krafteinsatz bei Beschleunigungsleistungen ( z. B. Antritte)!
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- Die Schnellkraft ist die wichtigste Krafteigenschaft
im Fußball!
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- Die Kraftausdauer ermöglicht es dem Fußballer,
über die gesamte Spielzeit schnellkräftig zu
agieren!
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- Die Verbesserung der Maximalkraft muss optimal auf die
Anforderungen des Fußballs abgestimmt sein!
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- Erst eine ausgeprägte Schnellkraft macht dynamische,
hochexplosive Bewegungen möglich!
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- Schnellkraftausdauer garantiert eine schnelle Erholung
der an explosiven Aktionen beteiligten Muskulatur!
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- Muskelaufbautraining muss auf die Explosivität
der Beine zielen, es darf nicht langsam machen!
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- Sie lässt sich in unteren Spielklassen spielerisch
"mittrainieren" - ansonsten vor allem Sprungfolgen
anbieten!
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- In unteren Spielklassen die Ausdauer nicht separat,
sondern mittels spielnaher Spielformen mittrainieren!
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Maximalkraft
Maximalkraft ist die höchstmögliche Kraft eines Menschen,
die er durch Willenseinsatz entwickeln kann. Die Trainingseinheiten
sollten Pausen zwischen 3-5 Minuten beinhalten.
- Training mit schweren Gewichten (1-3 Wiederholungen)
- Pyramidentraining (1-3 Wiederholungen)
Natürlich sollten die Trainingseinheiten altersgerecht sein.
Training mit schweren Gewichten ist gerade im Jugendbereich unangebracht.
Schnellkraft
und Trainingsmethoden
Die wichtigste Krafteigenschaft im Fußball ist die Schnellkraft,
denn im Spiel dominieren dynamische, oft hochexplosive Bewegungen
wie schnelle Antritte, plötzliche Richtungswechsel oder explosive
Torschüsse. Darüber hinaus hat die Schnellkraft großen
Einfluss auf das Beschleunigungsvermögen. Die Antrittsschnelligkeit
lässt sich somit vor allem über ein systematisches Schnellkrafttraining
verbessern! Dazu bieten sich in erster Linie variantenreiche Sprungfolgen
an. Außerdem können Hindernisse von unterschiedlicher
Höhe für eine interessante und motivierende Sprungkraftschulung
zum Einsatz kommen.
Die Spielweisen im heutigen Spitzenfußball werden immer
athletischer und dynamischer. Deshalb rückt die "Kraft"
als wichtige konditionelle Grundlage eines Fußballers in
den Vordergrund. Die Bedeutung des spezifischen Krafttrainings
nimmt folglich zu. Um Missverständnisse zu vermeiden: Ein
Fußballspieler ist kein Bodybuilder! Die Krafteigenschaften
eines Fußballer sollten nicht maximal gesteigert werden,
sondern auf die Anforderungen des Spiels angepasst werden.
Schnellkraft ist die Fähigkeit der Muskulatur, Widerstände
mit hoher Konzentrationsgeschwindigkeit zu überwinden.
- Sprünge
- Übungen mit einem Partner
- Seil- oder Stabübungen
- Übungen mit einem Medizinball
- Treppensteigen
- Hügelläufe
Dabei ist zu beachten, dass die Übungen schnell ausgeführt
werden. Die Wiederholungen sollten bei 6-8 mal liegen. Vollständige
Pausen einhalten.
Trainingsmethoden:
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Hürden
- Sprungkraft über die Hürden (unterschiedlich
viele Bodenkontakte in den Zwischenräumen)
- Schlusssprünge über die Hürden mit gleicher
Höhe
- Schlusssprünge über die Hürden mit unterschiedlicher
Höhe
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Kleinkästen
- Sprunglauf über die Kästen (unterschiedlich
viele Bodenkontakte in den Zwischenräumen)
- Schlusssprünge
- Einbeinsprünge
- Seitwärtssprünge
- Skippings am Kasten
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Hütchenstrecke
- Vorwärtslauf über die Hütchen (unterschiedlich
viele Bodenkontakte in den Zwischenräumen)
- Seitwärtslauf
- Skippings
- Kniehebelauf
- Prellsprünge
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Kraftausdauer
Für gute Fußballer ist die Kraftausdauer ebenfalls
von großer Bedeutung. Schließlich muss er die dynamischen
schnellkräftigen Bewegungen auch über 90 Minuten eines
Spiels mit allenfalls geringen Leistungseinbußen zeigen
können. Vor allem in den Schlussminuten können explosive
Torschüsse oder deren rechtzeitiges Abblocken Sieg oder Niederlage
ausmachen.
Die Muskel- und Krafteigenschaften eines Fußballers haben
unmittelbaren Einfluss auf seine Spielleistung. Beispielsweise
nimmt seine Bewegungsschnelligkeit auf der Basis eines verbesserten
Kraftniveaus zu, und auch Präzision und Effizienz technischer
Abläufe (z. B. wuchtige Flugbälle, dynamische Kopfbälle)
sind von bestimmten Kraftgrundlagen abhängig.
Nicht zuletzt verbessert eine umfassende athletische Grundausbildung
die Robustheit und das Durchsetzungsvermögen des Fußballers-
insbesondere im direkten Zweikampf mit einem Gegner.
Neben den unmittelbaren positiven Auswirkungen verbesserter Krafteigenschaften
auf die spielerische Leistung eines Spielers hat Krafttraining
auch eine Schutz- und Vorbeugefunktion im Hinblick auf Verletzungsrisiken
und langfristige Verschleißerscheinungen durch einseitige
Beanspruchungen in Training und Spiel.
Kraftausdauer ist die Fähigkeit, kraftvolle Bewegungshandlungen
über einen längeren Zeitraum ohne erkennbare Ermüdung
auszuführen. Kraftausdauer ist von der Maximalkraft abhängig
und ist nicht ohne Bezug zu ihr trainierbar.
- Sprünge
- Übungen mit einem Partner
- Seil- oder Stabübungen
- Übungen mit einem Medizinball
- Treppensteigen
- Hügelläufe
- Training mit schweren Gewichten (1-3 Wiederholungen)
- Pyramidentraining (1-3 Wiederholungen)
Die Übungen für Kraftausdauer können im mittleren
Tempo bei 15-30 Wiederholungen ausgeführt werden.
Sprungkraft
Für die Sprintschnelligkeit und den Antritt ist die Kraft
der Sprungmuskulatur mitentscheidend. Die folgenden Werte können
als Maßstab dafür genommen werden, ob die Sprungmuskulatur
im Durchschnitt liegt oder ob noch Nachholbedarf besteht.
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Alter
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Amateur
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A Jugend
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B Jugend
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C Jugend
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D Jugend
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Höhe
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60 cm
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55 cm
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50 cm
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40 cm
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35 cm
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Kraftstufen nach Leistungsklassen
| Stufe I |
Bedeutung / Training der
Kraft
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Bedeutung / Training der
Beweglichkeit
- Die Spieler über die positiven Funktionen eines
konzentrierten, nicht nur halbherzig abgespulten Stretchings
vor Training und Spiel informieren!
- Andererseits: Es reicht nicht, sich ausschließlich
mittels Dehnübungen auf Training und Spiel vorzubereiten!
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| Stufe II |
Bedeutung / Training der
Kraft
- Kraft und Schnellkraft lassen sich nur bis zu einer
bestimmten Grenze "spielend", also mittels komplexer
Spielweise verbessern!
- Spezielle Programme zur Steigerung spezifischer Krafteigenschaften
müssen deshalb die Spielpraxis regelmäßig
ergänzen: Zirkeltraining, Sprungserien in verschiedenen
Varianten und Konditionsgymnastik!
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Bedeutung / Training der
Beweglichkeit
- Dehnen vor/nach Training und Spiel muss jetzt umfassender
und auf den einzelnen Spieler abgestimmt eingesetzt werden!
- Hohe Eigeninitiative (Selbsttraining) der Spieler fordern!
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| Stufe III |
Bedeutung / Training der
Kraft
- Moderner Tempofußball mit seinen athletischen
Ansprüchen ist nur mit optimalen Krafteigenschaften
möglich!
- Spieler höherer Jugend- und Amateurklassen müssen
mit spezifischen Kraftübungen systematisch das individuelle
Kraftniveau verbessern!
- Dieses spezielle Krafttraining ist langfristig zu planen!
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Bedeutung / Training der
Beweglichkeit
- Das vorbereitende Dehnen ganz speziell auf die aktuelle
Situation (z. B. Witterung), auf die kommenden Anforderungen
(Trainingsschwerpunkt) und psychisch-physische Eigenarten
des Spielers abstimmen (z. B. bei bestimmten Problemen)!
- Ein Muskel- Gelenkfunktionstest liefert Grundlagen für
ein individuell abgestimmtes Beweglichkeitsprogramm!
- Hohe Eigeninitiative (Selbsttraining) der Spieler fordern!
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Sonstiges
Krafttraining
Im Fußball wird die Sprungkraft, Rumpfkraft und die Kraft
der Beinbeuger oft vernachlässigt. Deshalb sind nachfolgend
ein paar Trainingsmöglichkeiten gegeben, die diesen Bereich
abdecken sollen.
Oberschenkelvorderseite
- Sprünge mit beiden Beinen im Eigenrhythmus; maximale
Höhe erreichen, 15 Wiederholungen, 60 Sekunden Pause, 3
Serien. Mit Kopfballimitationen abschließen.
- Diagonalsprünge (Richtungswechsel) im Eigenrhythmus mit
maximaler Weite, 15 Wiederholungen, 60 Sekunden Pause, 3 Serien.
Rumpftraining
- Auf Unterarme, Knie und Fußspitzen aufstützen,
Rücken flach; Knie 1 cm anheben und 20 Sekunden halten,
20 Sekunden Pause, 3 Wiederholungen.
Die Übung wird um so schwieriger, je weiter Ellbogen und
Knie voneinander entfernt sind.
Steigerung: Wenn beide Knie angehoben sind, zusätzlich eine
Fußspitze anheben ohne Becken oder Oberkörper zur Seite
zu verschieben; wechselweise Anheben der Fußspitzen ohne
Absetzen der Knie.
Beugetraining
- Rückenlage; Knie leicht gebeugt; ein Bein anheben, das
trainierende Bein drückt mit der Ferse auf den Boden, bis
das Gesäß vom Boden abhebt; Ellenbogen können
leicht unterstützen und 10 Sekunden halten, 20 Sekunden
Pause, 3 Wiederholungen, Beinwechsel
- Rückenlage; Partner umfasst das Sprunggelenk; der Übende
versucht, gleichmäßig stärker werdend, Knie
zur Nase und Ferse zum Gesäß zu ziehen; Partner hält
mit gleichmäßig stärker werdendem Widerstand
dagegen, so dass sich die Lage des Beines nicht verändert.
10 Wiederholungen, 30 Sekunden Pause, 3 Serien, Beinwechsel.
Variation:
Partner lässt Beugung des Beines zu, aber erhöht
den Widerstand mit jeder Wiederholung.
Vorbereitend oder unterstützend zu einem gezielten Krafttraining
sollten stets funktionsgymnastische Übungen zur Verbesserung
der allgemeinen Grundkraft eingesetzt werden. Im Freizeit- und
Breitensport reicht ein solches Übungsangebot im allgemeinen
vollkommen aus, um ein entsprechendes Kraftniveau zu entwickeln
bzw. zu stabilisieren. Funktionalität ist dann gegeben, wenn:
- die Zielsetzung der Übung über eine entsprechende
Bewegungsausführung erreicht wird.
- dabei keine gesundheitlich problematischen Fehlbelastungen
auftreten.
- keine Ausweichbewegungen unter Einbeziehungen weiterer Muskelgruppen
möglich sind.
Funktionsgymnastische Übungen zur Muskelkräftigung
basieren entweder auf dem Prinzip des isometrischen Krafttrainings
oder werden langsam dynamisch ausgeführt. Generell gilt es,
eine bestmögliche Körperstabilität zu erarbeiten.
Hier bieten sich u.a. Ganzkörper- Stabilisationsübungen,
die in der Regel aus unterschiedlichen Stützpositionen erfolgen,
und sich durch verschiedenartige Ausführungen in ihrem Schwierigkeitsgrad
variieren lassen.
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